Jeder kennt sie, diese Typen, die vor Selbstbewusstsein nur so trotzen. Sie sind laut, nicht zu übersehen, sagen immer ihre Meinung und nehmen selbstverständlich das, was sie wollen.
Manchmal ganz schön beneidenswert, oder? Aber…
Selbstbewusstsein ist nicht gleich Selbstbewusstsein
Denn diese Typen haben oft ein ausgeprägtes Ego. Dieses Ego ruht auf wackeligen Beinen, mit denen sie durch die Welt staken. Das führt zu ordentlichem Wellengang, dem nicht jeder gewappnet ist. Ego-Typen am allerwenigsten. Denn wenn sie eine Superkraft entwickelt haben, dann ist es diese:
Ignoranz
Sowohl ihren eigenen Gefühlen und Innenwelten gegenüber als auch der der kompletten Menschheit. Es sind Persönlichkeiten, die sich nicht ändern wollen, denn sie sind nunmal perfekt. Wehe sie schauen genauer hin, dann müssten sie entdecken, dass auch ihre Ängste hinter den Büschen lauern. Auch haben sie die Tendenz, sich schnell angegriffen zu fühlen. Dann toben und schreien sie und gehen angriffslustig auf einen los. Und man selbst steht da und fragt sich, wie das passieren konnte.
Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, die wie Berge in sich ruhen. Mögen Tornados kommen und ganze Ortschaften versetzen, sie bleiben in ihrer Mitte.
Was ist an SELBST-BEWUSSTEN Menschen anders?
Nun, zuallererst teilen sich diese Personen die folgende Eigenschaft: Reflektionsfähigkeit. Sie sind in der Lage, sachlich, ehrlich und positiv in den Spiegel zu schauen. Sie sind im Frieden mit sich selbst, können Hilfe annehmen und sagen auch schon mal ganz klar und laut Nein, wenn ihre Grenzen überschritten werden. Sie müssen sich nicht in die erste Reihe stellen, haben aber kein Problem damit, es zu tun. Und sie sind bereit, sich zu verändern.

Und das ist der feine Unterschied, der manch einen zum Egomanen werden lässt.
Aber woran erkenne ich denn nun, auf welcher Seite der Selbstbewusstseins-Skala ich oder andere stehe? Und warum ist das wichtig?
Nun, Menschen ohne Selbstwertgefühl tappen hier oft im Dunkeln und folgen den so genannten selbstbewussten Egomanen. Eine Einschätzung kann helfen, die Schleier zu lüften und so Menschen richtig einzuordnen. Das hilft wiederum dem eigenen Selbstbewusstseinsempfinden. Man fühlt sich auf einmal nicht ganz so klein, wenn einem bewusst wird, dass der andere gar nicht so selbstsicher ist, wie er vorgibt zu sein.
Das soll hier übrigens kein Beitrag sein, bei dem eine Seite gedisst wird und die andere sich überheblich auf das Siegerpodest stellt. Es soll dir helfen, dich einzuschätzen und dein eigenes Selbst-Bewusstsein zu reflektieren.
Denn letzten Endes gilt:
Bewusstsein über das Selbst = selbst -bewusst
Wenn du nun Angst hast, zu einem Egomanen zu werden, kann ich dich beruhigen. Die Tatsache, dass du auf meiner Seite gelandet bist, spricht eher für das Gegenteil. Du darfst wahrscheinlich erstmal lernen, dass es ok ist, sich schön zu finden und stolz auf sich zu sein. Und es auch zu sagen. What? Wie arrogant wäre man dann bitte? Genau. Das darfst du lernen.
Folgende Fragen können dir helfen dich und andere Personen einzuschätzen. Ich habe diese Fragen direkt an dich gewendet, aber du kannst die Pronomen natürlich austauschen. Z.B., wenn du über eine bestimmte Person reflektierst.

Nimmst du dich selbst mit Humor?
Kannst du Kritik annehmen?
Wie gut, kannst du reflektieren?
Bist du dir deines Innenlebens bewusst? Gefühle und so…
Bist du dir deiner Ängste bewusst?
Darf man deine Schwächen sehen?
Bist du bereit, dich zu verändern?
Wie gehst du mit Postboten, Putzkräften und Servicekräften um?
Wie ehrlich bist du zu dir selbst?
Wie ehrlich bist du zu anderen?
Bist du oft beleidigt?
Stehst du zu deinem Wort?
Fazit
Wenn du jetzt herausgefunden hast, dass du kein Bewusstsein für dich selbst hast, ist das kein Grund zur Panik. Das kann man nämlich lernen. Ich werde in Kürze einen Beitrag dazu schreiben.
Also, wenn du das nächste Mal einem Menschen begegnest, der ein wenig lauter und auffälliger ist, denke daran, dass sein Selbstbewusstsein vielleicht nicht ganz so tief hinein reicht wie die Wurzeln eines Baumes.
Und du selbst fängst einfach heute an, deine Aufmerksamkeit auf dich zu lenken. Auf deine innere Welt. Und bei ihr zu bleiben. Neugierig, wie ein kleines Kind.
Dann klappt es auch bald mit dem Selbstbewusstsein eines Berges.